Mit einem blauen Auge davongekommen

Landesklasse Herren

TSV Gomaringen – TTC Rottweil 8:8

Dieses Endergebnis hätte bestimmt niemand vorhergesagt, denn das Spiel verlief oft entgegen den Erwartungen.

Der Gastgeber trat ohne sein vorderes Paarkreuz und somit mit zweifachem Ersatz an, während die Gäste mit Herwig Lehnert adäquaten Ersatz für Markus Wöhrstein stellten. Die Favoritenrolle schien klar verteilt, zumal die TTCler ihre ersten vier Saisonspiele allesamt gewonnen hatten.

In den Doppeln diktierten die Rottweiler zunächst das Geschehen: Müller/Schwicker und Lehmann/Lehnert waren erfolgreich und Reichelt/Rieger führten bereits mit 2:0 nach Sätzen. Zu einem 3:0 hätte nicht viel gefehlt, doch der Faden riss: Die Gomaringer Schankula und Kleinert drehten die Partie und sorgten für den 1:2 – Anschluss der Hausherren.

Nun wurde es erstmals kurios: Während Stefan Reichelt bei seinem 3:0-Sieg zum ersten Mal gegen Schankula gewann, musste Gerd Müller überraschend Allzeit gratulieren. Wenigstens Rottweils Mitte spielte zunächst den Prognosen entsprechend: Philipp Rieger und Timo Lehmann sorgten für eine 5:2-Führung der Gäste. Diese konnte Herwig Lehnert sogar noch zum 6:2 ausbauen.

Trotz der überraschenden Niederlage von Müller war bei den Rottweilern bisher alles weitgehend nach Plan verlaufen. Allerdings ist ein Spiel erst gewonnen, wenn ein Team neun Zähler erspielt hat. Die Gomaringer wussten dies, ihre Gäste aber anscheinend nicht.

Die Gastgeber waren nun in den nächsten fünf Einzeln erfolgreich. Die TTCler erspielten, eingeleitet von einer Niederlage Julius Schwickers zum Ende des ersten Durchgangs, in Folge auch im vorderen und mittleren Paarkreuz keinen Sieg. Plötzlich führte Gomaringen sensationell 7:6. Nochmals zur Erinnerung: Die Heimmannschaft spielte ohne ihr vorderes Paarkreuz.

Erst Edeljoker Herwig Lehnert gewann wieder auf TTC-Seite. Mit einem überraschend deutlichen Erfolg gegen Speidel glich er aus. Julius Schwicker sorgte im letzten Einzel des Tages nochmals für einen Führungswechsel: Er erspielte das 8:7 aus Rottweiler Sicht, bevor er direkt wieder gemeinsam mit Gerd Müller an den Tisch treten durfte. In einem spannenden Schlussdoppel musste sich das TTC-Spitzendoppel in fünf Sätzen geschlagen geben. Letztendlich ging das Unentschieden nach 4,5 Stunden Spieldauer in Ordnung, wenngleich man sich auf Gästeseite mehr ausgerechnet hatte.

Drei simple Weisheiten: Eine Favoritenrolle gewinnt noch kein Spiel. + Gewonnen hat man erst mit neun Zählern. + In der Landesklasse gibt es selten einfache Spiele.

Je nach Sichtweise haben die TTC-Herren an diesem Wochenende einen Punkt verloren oder gewonnen.

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