TTC Rottweil schreibt seit 75 Jahren Erfolgsgeschichte

Pressebericht vom 17.10.2022, NRWZ.

Anfänge im Großsportverein

Sein 75-jähriges Bestehen feierte der Tischtennis-Club Rottweil am Samstag, 08.10.2022, mit einem Jubiläums-Turnier und einem festlichen Beisammensein im Pflugsaal. Dabei ehrte der Vorsitzende Stefan Reichelt zahlreiche Mitglieder.

„Mit Stolz können wir auf eine lange Geschichte zurückblicken“, führte Stefan Reichelt bei seiner abendlichen Jubiläumsrede vor rund 70 Festgästen an. Er erinnerte an Tischtennisbegeisterte, die kurz nach dem zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 aus eigenen Mitteln die erste Platte anschafften und im Jahr darauf die Tischtennissparte als eigene Abteilung des Großsportvereins Rottweil gründeten. 1951 wurde der Tischtennisclub Rottweil eigenständiger Verein. Dieser hat heute rund 150 aktive und passive Mitglieder.

„Ohne den Einsatz von ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitgliedern, Jugendtrainern, spielbereiten Akteuren und Turnierhelfern hätte der Verein keine so langjährige Erfolgsgeschichte geschrieben“, hob Reichelt hervor. „Weder hätten wir die zahlreichen sportlichen Erfolge noch die gelungenen Großevents realisieren können, die unseren Verein ausmachten und nach wie vor ausmachen.“ Der Vorsitzende verwies dabei gleichermaßen auf aktive, engagierte Eltern wie das Länderspiel Deutschland gegen die Volksrepublik China, das in Rottweil vor 1.500 Zuschauern ausgetragen wurde.

Jungen- und Herrenmannschaft in Landesliga

Über Jahrzehnte spielten Damen-, Herren- und Jugendmannschaften Mannschaften des TTC in überregionalen Klassen und machten Rottweils Tischtennistalente außerhalb der Region bekannt: Die Jungen sind seit der letzten Runde in der Landesliga aktiv, wohin ihnen die Herren in dieser Saison folgten. Und die Damen konnten sich eine Zeit lang in der Verbandsliga erfolgreich behaupten.

Die Jubiläumsfeier bot zudem einen würdigen Rahmen für eine Reihe von Ehrungen verdienter Mitglieder. Die besonderen Verdienste von Timo Lehmann und Norbert Zeiselmeier würdigte Reichelt bei ihrer Ernennung zu Ehrenmitgliedern. Geehrt für langjährige Mitgliedschaft im Verein wurden ebenfalls: Eckhard Heldt (60 Jahre), Herbert Huber, Wolfgang Mutscheller, Gustav Zeiselmeier (50 Jahre), Kurt und Renate Kaschuba, Roland Koch, Andreas Wehrmann (40 Jahre) und Karin Koch (30 Jahre). Sie alle erhielten neben einer Urkunde die Vereinsnadel in Gold. Dietmar Schote und Sergej Traub wurden für 15 Jahre Mitgliedschaft mit einer Urkunde und der Vereinsnadel in Bronze ausgezeichnet. Für die Zahl ihrer Spieleinsätze an der grünen Platte ehrte Reichelt: Timo Lehmann (500), Sergej Traub und Michael Angster (300), Stefan Reichelt, Holger Friede und Frieder Reichelt (200) sowie Dieter Schwarz (100).

Das am Vormittag ausgetragene Jubiläums-Turnier des TTC Rottweil ergab folgende Platzierung:

Stefan Reichelt, Sebastian Rössler, Timo Lehmann, Cesare Schiattarella, Sergej Traub, Leo Dula, Adrian Hahn in der genannten Reihenfolge.

 

Bissige Rottweiler verteidigen Revier recht erfolgreich

Bezirksmeisterschaften 2022 in Rottweil

Analog zum vergangenen Jahr fanden die Bezirksmeisterschaften im TTC Rottweil erneut einen würdigen Ausrichter. Umso größer war die Freude bei den Verantwortlichen sowie den Akteuren, dass man dieses Jahr endlich mal wieder ohne merkliche Corona-Einschränkungen und Hygienevorschriften ein beachtlich zahlreiches Teilnehmerfeld bei der Jugend sowie den Aktiven in angenehm offener Atmosphäre begrüßen durfte.

Bei der Konkurrenz der Herren A gelang es Rottweils Spitzenspieler Timo Bausert der Favoritenrolle mehr als gerecht werdend seine Widersacher gekonnt und souverän abzuwehren. Nach einer Vorrunde sowie einem anschließenden Viertelfinale ohne jeglichen Satzverlust, konnte einzig der junge Nusplinger Fabian Graf im Halbfinale einen Satzgewinn – schlussendlich dennoch chancenlos – verbuchen. Das gleiche Schicksal ereilte dann auch dessen Vereinskollegen Jörg Ritter im Finale, jedoch ohne reelle Chance auf solch einen Teilerfolg – zu dominant vor allem das auf die bärenstarke Rückhand orientierte Auf- und Rückschlagspiel Bauserts.

Bei den Herren B spielte insbesondere die junge Garde der Hausherren stark auf. Allen voran der im Vorjahr noch eine Konkurrenz tiefer im Halbfinale stehende Cesare Schiattarella wiederholte diesen Erfolg – nur eine Klasse höher. Er scheiterte nach einem sensationell spannenden wie offensiv sehenswerten Fünfsatz-Erfolg im Viertelfinale schlussendlich erst in der Vorschlussrunde am späteren Sieger Daniel Schneider von der TG Schwenningen. Leo Dula, Schiattarellas Teamkamerad aus der Jungen-Landesliga, hatte an jenem Tage seine Nerven nicht wirklich vollends im Griff, wollte insbesondere gegen Marschalkenzimmerns Abwehrspieler Osipov zu viel und musste trotz seiner phänomenalen Entwicklung in den bzw. trotz der nur drei Tischtennis spielenden Jahre die Segel streichen. Dem Schwenninger und späteren Halbfinalisten Christian Müller, den er Mitte Oktober in der Bezirksliga-Partie den Ehrenpunkt holend noch bezwang, musste er in der Gruppe ebenfalls gratulieren, sodass nur der etwas enttäuschende wie unnötige dritte Gruppen-Rang blieb.

Karl Storz und Simon Kienzler behaupteten sich in ihren Gruppen jeweils gegen von der Papierform betrachtend mindestens gleichwertig starke Kontrahenten und qualifizierten sich folglich als Zweitplatzierte für die K.o.-Runde. Im Viertelfinale sollte dann allerdings für beide Endstation sein.

Im Tableau der Herren C konnte Andreas Schamne nicht nur punktgleich mit dem von ihm bezwungenen Patrick Kohr, dem späteren Finalisten des TTC Seedorf, ins Viertelfinale einziehen, sondern unterlag hier erst in fünf Sätzen dem anschließenden Sieger Markus Cabarth vom TTC Wurmlingen denkbar knapp, dieser dann eben jenen Kohr im Finale souverän in Schach hielt und seine Turniervorbereitung in Form eines fünftägigen Trainingslagers bei der Borussia aus Düsseldorf direkt in Zählbares ummünzen konnte.

Mit Frank Lehrbaß erreichte ein langjähriger Freund des Vereins und Förderer des Rottweiler Jugendsports bei den Herren D das Halbfinale, wobei er jedoch gegen den späteren Sieger Wilhelm Mauch (TSV Nusplingen), wenn auch nur knapp verlierend, gratulieren musste.

Während bei den Aktiven eine Vielzahl an Ballwechseln und gar Spielen von taktischen Winkelzügen oder oftmals auch technischen wie körperlichen Limitierungen geprägt scheint, entwickeln sich insbesondere im Jugendbereich oftmals die sehenswertesten Ballwechsel – so auch am Sonntag.

Bei der Konkurrenz der Mädchen U19 mussten sich Sarah Engeser und Alina Scherer mit den Plätzen 3 und 4 begnügen. Insbesondere die Nusplingerin Luisa Schreiber sollte ihrer Favoritenrolle mehr als gerecht werden und gab einzig gegen die Zweitplatzierte Amelie Vollmer (SV Marschalkenzimmern) einen Satz ab. Auch Sarah Engeser schnupperte gegen Schreiber an einem Satzgewinn, holte sich diesen jedoch in einem mehr als engen Match gegen Vollmer, was sie unglücklich verlor. Auch im gemeinsamen Doppel mit Scherer mussten sich die Rottweilerinnen eben jenen beiden Spielerinnen im Finale geschlagen geben.

Talent hoch zehn: Der elfjährige Damian Fuchs

Die fünf teilnehmenden Hausherren gaben auch bei den Jungen U19 ihr Bestes, um der Dominanz der Nusplinger Konkurrenz in nichts nachzustehen.  Cesare Schiattarella, als letztjähriger Finalist einer der Mitfavoriten, brachte aufgrund eines belastenden wie beeinträchtigenden Vorfalls ausserhalb der Halle (begreiflicherweise) nicht mehr den nötigen Fokus an die Platten und schied analog zu Jesse Strunskyy im Viertelfinale aus. Eben jener Strunskyy ließ hierbei Mannschaftskollege Leo Dula den Vortritt, der im Halbfinale trotz reputierlicher Leistung gegen Dominator Jonas Ritter vom TSV Nusplingen die Segel streichen musste, der wiederum seinen Titel erneut verteidigte. Dula und Strunskyy waren aufgrund jenes Ereignisses ebenso über den Tag hinweg nicht im Vollbesitz ihrer mentalen Kräfte. Hannes Kleinmann und Tommy Nguyen mussten sich jeweils starker Kontrahenten beugend nach der Gruppenphase verabschieden. An der Seite Jesse Strunskyys erklomm Kleinmann jedoch das Treppchen des Doppelwettbewerbs, in jenem Dula/Schiattarella sogar fast problemlos bis ins Finale marschierten, wo allerdings gegen die beiden Ritter-Brüder trotz großen Kampfes und sehenswerten Ballwechseln knapp das Nachsehen akzeptiert werden musste.

Sichtlich erfreulicher lief es bei den Jüngsten. Gregoriy  Goroshko und Tim Bergstreiser verkauften sich bei ihrem Wettkampfdebüt  in der Konkurrenz der Jungen U13 sehr beachtlich und erzielten mehrere Satzgewinne gegen deutlich erfahrenere Spieler. Indes überstanden Maxim Hartok und Damian Fuchs die Gruppenphase souverän und trafen im Semifinale aufeinander. Fuchs errang nach spannendem Schlagabtausch gegen seinen Mannschaftskollegen den Sieg im Entscheidungssatz. Ebenso fesselnd ging es im Endspiel gegen den hochmotivierten Wurmlinger Ole Cabarth zur Sache. Mit dem glücklicheren, wenn auch verdienten Ende für den jungen, hochveranlagten Rottweiler, der in brandigen Situationen immer seine Nerven im Griff habend die bessere Antwort fand.

So sicherte er sich auch im Doppel-Wettbewerb zusammen mit Hartok den Triumph, wenn sich auch beide insbesondere im Finale gegen die unbekümmert stark aufspielenden Simon Haberer und Konstantin Rinker vom VfB Sigmarswangen erheblichem Widerstand erwehren mussten und nur hauchdünn obsiegten.

Das Feld der Jungen U15 wurde ebenfalls von imposanten Auftritten der Rottweiler bestimmt. Nachdem Daniel Welge im letztjährigen Schlussakt noch Nusplingens Max Klaiber gratulieren musste,  sicherte er sich dieses Mal den Titel. Bis zum Halbfinale nicht gefordert, konnte er mit Doppelpartner Tim Schillings und Aldingens Michael Jangalycev, die ihm im Finale bzw. in der Vorschlussrunde hauchdünn unterlagen, seine beiden stärksten Konkurrenten in Schach halten. Im gemeinsamen Doppel ergänzten sich die individuellen Stärken der beiden Freude idealerweise mal wieder umso mehr, sodass der Titel aus dem vergangenen Jahr souverän verteidigt werden konnte.

Doppelter Erfolg für die 2. Mannschaft, Jungen U19 und 1. Herren auf Kurs

Als Aufsteiger hat die 2. Herrenmannschaft in der Bezirksliga nach zwei Niederlagen zum Start am vergangenen Wochenende ein Ausrufezeichen gesetzt.

Samstags wurde zuhause der TSV Dormettingen mit 9:1 unerwartet hoch bezwungen, bevor nach der bisher ungeschlagene TTC Vöhringen am Sonntagvormittag mit 9:5 ebenso als Verlierer die Doppelsporthalle verlassen musste.

Das erfolgreiche Team:

Am Samstagnachmittag hatte die Jungen U19 gegen Berghaupten mit 6:1 gewonnen und steht in der Landesliga aktuell mit 8:4 auf dem zweiten Platz.

Auf gutem Kurs befindet sich ebenso in der Landesliga die Herren I. Nach einer hohen Niederlage in Weil der Stadt, war sie am vorigen Wochenende gegen den Mitaufsteiger SV Böblingen II mit 9:7 erfolgreich.

Saisonstart und Jubiläum

Der TTC hat Grund zu Feiern:

In diesem Jahr feiert der Verein sein 75-jähriges Jubiläum. Ein internes Jubiläumsturnier und die Festlichkeiten im Brauereigasthof Pflug, über die wir noch ausführlicher berichten, fanden am 08.10.22 statt.

Im Zuge dessen Entstand eine Jubiläumschronik:

200 Exemplare wurde gedruckt, teilweise erfolgte bereits die Ausgabe.

Als pdf-Datei könnt ihr das Machwerk allerdings auch hier herunterladen: Jubiläumschronik pdf

 

Ansonsten sind wir erfolgreich in die neue Saison gestartet:

 

Zwei der erfolgreichen Teams seht ihr unten, die Herren I (oben) und die Herren 3. Für Vergrößerung Anklicken.

TTC-Jugend macht sich fit in Süd-TT-irol

Anfang August machte sich eine 16-köpfige, vollgepackt in vier Autos gezwängte Gruppe des TTC Rottweil frühmorgens auf, um in den Höhen des Überetsch sich bestmöglich für die neue Saison zu präparieren. Es handelte sich jedoch nur bedingt um ein Höhentrainingslager, da sich die Trainingshalle im sommerlich aufgeheizten Kessel Bozens befand. Paradoxerweise wurde die einzige, sich schweißtreibend bildende Hitze von den Akteuren selbst an den Platten generiert.

Die Rahmenbedingungen vor Ort waren mehr als phänomenal – die Halle: voll klimatisiert, dauerhaft ausgelegter Profi-Bodenbelag, aufgestellte Boxen, Platten, Zählgeräte. Dazu noch ein integrierter Fitnessbereich. Ein Verdienst der 2019 verstorbenen, italienischen Tischtennis-Ikone Edith Santifaller, der für ihr jahrzehntelanges Engagement, insbesondere auch in ihrer Heimatregion, eigangs der Halle eine Gedenkplakette gewidmet ist.

Unter der organisatorischen Leitung des Südtirol erfahrenen Jugendwarts Robert Döttling gastierte man in einer kleinen, aber feinen Pension in der oberhalb Bozens gelegenen Gemeinde Eppan – elysisch pittoresk, direkt an der Südtiroler Weinstrasse.

Ein Teil der Gruppe gönnte sich noch eine kurze Erfrischungsrast im und am Reschensee

Die vier Tage waren jedoch nicht ganz so lauschig, sondern vielmehr knackig konzipiert: Auf einer Etappe des Meraner Höhenweges wandernd, im Kalterer See badend, eine Klamm irrend hinabsteigend, eine Burg bergsteigend erobernd und natürlich obendrein – bei zumeist zwei durchaus intensiven und folglich auch ermattenden Trainingseinheiten am Tag – um jeden einzelnen Ball und jede Muskelkontraktion kämpfend. Doch die Verschnaufpausen ließen sich bei Krapfen, Nocken und Strudel sowie diversen Knödel-Variationen durchaus kulinarisch überbrücken. Die ein oder andere Abendstunde verbrachte so mancher entkräfteter Trainingsheroe regenerierend noch im Forst – auch wenn hierbei  die einzigen Bäume auf dem Emblem der gleichnamigen, größten Brauerei Südtirols frönend bewundert wurden.

Durchgetaktete, intensiv anstrengende, aber eindrücklich wie harmonisch schöne Tage. Das bescheingten alle Beteiligten unisono. Eine Neuauflage im Laufe des nächsten Jahres wurde bereits fest verankert, wenn auch noch nicht final terminiert. Dann jedoch mindestens sechs Tage umfassend, sodass für die Erkundung des beeindruckenden Terrains noch etwas mehr Zeit und Raum in den Bergen, Tälern und im echten Forst bewilligt sein werde.

Ausblick auf den Kalterer See sowie der am gegenüberliegenden Ufer befindlichen Höhenburg Castel Chiaro

Blick über Meran und das Etschtal

Top-10-Platzierung beim Bundesfinale

Ein strahlendes Gesicht: Damian Fuchs nach der Siegerehrung

Beim diesjährigen Bundesfinale des DTTB-Minimeisterschaften in Saarbrücken musste der 11-jährige Rottweiler Damian Fuchs als TTBW-Sieger gegen 17 weitere Verbandssieger aus ganz Deutschland antreten. Die letzten zwei Jahre pandemiebedingt ausfallend, ließ der TTC Rottweil als ursprünglich vorgesehener Ausrichter der saarländischen Landeshauptstadt den Vortritt – ansonsten wäre es sogar ein echtes Heimspiel geworden.

Wenngleich die besten Mädchen und Jungen aus ganz Deutschland natürlich ganz besonders dem spannenden Tischtennis-Turnier entgegenfieberten, bei dem am Samstag und Sonntag die beiden Bundessieger ermittelt wurden, das breitgefächert konzipierte Rahmenprogramm hielt auch abseits der Platten eine Vielzahl unterhaltsamer wie erinnernswerter Momente für die Teilnehmenden bereit.  Doch auch in der Halle schien sich Damian Fuchs recht wohlzufühlen.  In einer spielstarken 9er-Gruppe verpasste er nur aufgrund einer Fünfsatz-Niederlage in der Verlängerung hauchdünn den dritten Rang und somit das Spiel um Platz 5. Insbesondere gegen den späteren Finalisten verkaufte er sich mehr als beachtlich und verlor nur äußerst knapp.

Druckvolle Vorhand-Schläge und sichere Topspins auf der Rückhand säumten sein Spiel an beiden Turniertagen. Einzig sein Temperament und der ein oder andere zu risikoreiche Schupfball sowie teilweise auch fehlendes situatives Spielglück verhinderten, dass sportlich durchaus noch mehr im Rahmen des Möglichen gewesen wäre. Eingedenk der trainingsfleißigen wie teilweise sehr ambitionierten Gegner, ein mehr als reputierliches Ergebnis.

Rückkehr auf Umwegen

TTC-Erste spielt wieder Landesliga

von Stefan Reichelt

Auch nach vielen Jahren als aktiver Tischtennis-Spieler erlebt man Manches zum ersten Mal: Eine Saison, die sich als einfache Halbrunde mit Unterbrechung über die gesamte Spielzeit zieht und ohne Rückspiele auskommen muss. Eine dennoch stattfindende Relegation. Ein Amateur-Spiel auf Bundesliga-Boden. Ein Schlussdoppel vor den Eingangsdoppeln. Die Verbannung eines Schwammes aus der Spielbox. Eine kämpferische Leistung wie in diesem ersten Relegationsspiel.

Nach einer sehr ungewöhnlichen Saison fand sich Rottweils erste Herrenmannschaft in der Relegation zur Landesliga wieder. Nicht zu unterschätzende Gegner sollten die Zweit-Vertretungen des VfL Sindelfingen und des SV Böblingen sein. Schwieriger machte das Unterfangen zudem der Austragungsort: Der Verband hatte sich für die Böblinger Halle, gespickt mit Bundesliga-tauglichem Boden, entschieden, wenngleich sich diese noch teilweise in der Bauphase befand. Für den TTC Rottweil ein echtes Auswärtsspiel, bei dem die Reichsstädter die längste Anreise hatten.

Dort, wo normalerweise die Böblinger Bundesliga-Damen ihre Heimspiele austragen, wartete auf den TTC zunächst der VfL Sindelfingen als erster Gegner und ein ungewöhnlicher Schiedsrichter-Fehler, der die Rottweiler in der Folge mental stark forderte.

Nachdem der Spielleiter die ersten beiden Doppel in der falschen Reihenfolge antreten ließ, hatte dies – den Regeln folgend – eine wenig ideale Konsequenz: Doppel 1 gegen Doppel 1 war gespielt und von den Rottweilern verloren worden. Es zählte damit bereits als vorweggenommenes Schlussdoppel, was eine schwere Hypothek darstellt, sollte das Spiel sich knapp entwickeln. Der TTC-Sieg aus dem fälschlich ausgetragenen Aufeinandertreffen der beiden Zweier-Doppel kam hingegen nicht in die Wertung, da diese Partie im Spielsystem nicht existiert. Nichtsdestotrotz waren die richtigen Doppel-Paarungen im Nachgang an Doppel 3 auszutragen. Beide Partien gingen an Sindelfingen, für die Rottweiler war zuvor nur das Doppel Neugebauer/Yen erfolgreich.

Psychologisch befanden sich die Grünen in der Schockstarre: Nur Timo Bausert konnte im Einzel gegen Sindelfingens Pickan überzeugen und es stand schnell 2:5 aus Rottweiler Sicht. Zwar gewann Wei-Hsuan Yen ihr Match, doch Timo Lehmann lag scheinbar aussichtslos mit 0:2-Sätzen gegen Alina Frey zurück. Sogar ein Time-Out, genommen vom verletzt pausierenden Team-Kollegen Stefan Reichelt, erwies sich als notwendig. In seinem Abschiedsspiel gab das Rottweiler Urgestein Lehmann aber nicht auf und drehte das Spiel mit tollen Ballwechseln zum 4:5 auf der Anzeigetafel.

Sindelfingen hatte sich wohl zu sehr im Vorteil gesehen und sah sich nun aufopferungsvoll kämpfenden Kontrahenten gegenüber. Selbst in brenzligen Situationen, wie einem erneuten 0:2 Rückstand im Einzel von Comebacker Sebastian Hirschberg, gaben sich die Rottweiler nicht geschlagen. Neben Hirschberg, der seine Partie erfolgreich drehte, gewannen auch Christoph Neugebauer, Timo Bausert, Gerd Müller und zum 9:5-Schlusspunkt Wei-Hsuan Yen.

Das sensationell nach hohem Rückstand gewonnene Spiel brachte dem TTC als Sieger eine mehrstündige Pause ein, währenddessen Sindelfingen gegen den SV Böblingen mit 9:5 gewinnen konnte. Rein rechnerisch hätte den Rottweilern im abschließenden Aufeinandertreffen mit den Hausherren eine 6:9-Niederlage zum Gewinn der Relegation gereicht.

Selbst mit teilweise nachlassenden körperlichen Kräften bot der Vizemeister der Landesklasse 5 aber ein gutes Match. Zunächst blieb noch offen, wer auf die Siegerstraße gelangen sollte. Nach einem 2:1 aus den Eingangsdoppeln konterte der SV Böblingen mit zwei Erfolgen im vorderen Paarkreuz. Der Gegen-Konter in Form von Hirschberg, Müller und Yen brachte die Rottweiler mit 5:3 in Front. Nur ein Zähler fehlte den TTC-lern damit noch zum Aufstieg. Nachdem Böblingen zwischenzeitlich ausglich, zeigte Timo Bausert eine gute Leistung. Trotz des fehlenden – weil vom Schiedsrichter im ersten Einzel als unzulässig verbannten – Schwammes zum Schlägertrocknen, gewann Rottweils Winterzugang in vier Sätzen. Der Aufstieg stand fest, erste Bierflaschen wurden ausgegeben. Noch lief das Spiel aber. Beflügelt vom bereits erspielten Relegations-Gewinn brannte aber auf TTC-Seite nichts mehr an, die Begegnung ging mit 9:5 an Rottweil.

Die Neu-Landesligisten feierten ihren Erfolg noch bis in den nächsten Tag hinein und freuen sich auf die Rückkehr in die Liga, die sie 19/20 nach dem Corona-bedingten Abbruch frühzeitig wieder verlassen mussten.

von links: Timo Lehmann, Gerd Müller, Christoph Neugebauer, Stefan Reichelt, Timo Bausert, Sebastian Hirschberg. Vorne: Wei-Hsuan Yen.

Unerwarteter Aufstieg in höchste Bezirks-Spielklasse

Rückblick: Herren 2 steigen in Bezirksliga auf

von Manuel Schubnell

An diese Saison werden sich die Spieler des TTC Rottweil noch lange erinnern. Nachdem die Vorjahressaison coronabedingt abgebrochen und nicht gewertet wurde, startete die 2. Mannschaft des TTC im September 2021 in die neue Saison mit dem Ziel Klassenerhalt in der Bezirksklasse. Gleich im ersten Spiel ging es nach Marschalkenzimmern, dem Favoriten der Liga. Lediglich Joker Dieter Schwarz konnte hier mit seinem Sieg den Ehrenpunkt machen und eine 9:0 Niederlage vermeiden. Das zweite Spiel in Wurmlingen verlief deutlich ausgeglichener und wurde nach spannenden und knappen Spielen vom TTC im Schlussdoppel 9:7 gewonnen. Ebenso knappe und umkämpfte Siege folgten gegen Aldingen und Vöhringen. Das Spiel in Vöhringen bleibt in Erinnerung, da dies das allererste Tischtennisspiel in der neuen Vöhringer Halle war. Nach einer Niederlage in Liptingen folgte dann der erste klare Sieg gegen Rosenfeld. Hier zeigte sich deutlich, welche Unterstützung Yen Wei-Hsuan für die Mannschaft ist. Sie konnte ab dem Spiel bei allen weiteren Begegnungen antreten und war im vorderen Paarkreuz mit 9:0 Siegen ein sicherer und zuverlässiger Punktelieferant. Selbst mit insgesamt nur 5 Einsätzen erspielte sie die beste Einzelbilanz der gesamten Liga.

Leider stiegen die Corona-Inzidenzen Anfang Dezember wieder dramatisch an, so dass der Verband den Spielbetrieb auch in dieser Saison erneut ab- bzw. unterbrechen musste, da ein sinnvoller Spielbetrieb, selbst unter Einhaltung der bisherigen Hygiene-Konzepte nicht mehr zu gewährleisten war. Erst mit dem Entfall der 2G-Plus-Regelung wurde die Saison wieder gestartet. Für den TTC standen noch zwei Begegnungen gegen Schiltach und Dürbheim an. Mit der zusätzlichen Verstärkung von Denise Döttling und Timo Lehmann konnten diese beiden Spiele klar mit 9:3 bzw. 9:2 gewonnen werden. Damit stand fest, wovon zu Beginn der Saison keiner geträumt hat: Der TTC Rottweil ist auf dem 2. Platz der Bezirksklasse und steigt damit direkt in die Bezirksliga auf.

von links: Wei-Hsuan Yen, Michael Angster, Manuel Schubnell, Philipp Schumpp, Sergej Traub, Denise Döttling, Timo Lehmann

Insgesamt spielten in der 6er-Mannschaft um die Stammspieler Sergej Traub, Philipp Schumpp, Michael Angster, Manuel Schubnell und Holger Friede sechzehn!! verschiedene Spieler. Trotz oder gerade wegen dieses permanenten Wechsels entwickelte sich schnell ein guter Teamgeist, der gerade in den knappen Begegnungen sicher auch ein Teil des Erfolgs war. Insbesondere im Oktober war aufgrund gebrochener Rippen, Zerrungen oder Quarantäne am Freitag oftmals noch nicht klar, ob man am Samstag überhaupt ausreichend Spieler hat und antreten kann. Nur dank der jeweils sehr spontanen Zusagen von Markus Wöhrstein, Stefan Link, Leo Dula, Dietmar Schote, Norbert Zeiselmeier, Simon Kienzler und Uli Stauss konnten die kurzfristigen Ausfälle kompensiert und vollständig angetreten werden.

Titelgewinn im Endspurt

Rückblick: TTC Rottweil IV letzten Rundenspiel Meister und Aufsteiger in die A-Klasse!

von Frieder Reichelt

von links: Yusup Tevs, Leo Dula, Robert Döttling, Karl Storz, Simon Kienzler, Manuel Schubnell, Frieder Reichelt

Nach coronabedingt verkürzter Saison kam es vergangenen Samstag in der Rottweiler Doppelsporthalle zum Showdown von Tabellenführer TTC Deilingen und Tabellendrittem TTC Rottweil 4. Wegen der erkrankten Dietmar Schote und Mannschaftsführer Frieder Reichelt musste die Mannschaft völlig neu aufgestellt und nicht eingespielt antreten.

In diesem alles entscheidenden Spiel hätten sich die Gäste aus Deilingen bereits mit einem Unentschieden den Aufstieg sichern können, doch es kam anders.

In einer überaus spannenden Eröffnungsdoppelphase konnte nur Rottweils Paarung Manuel Schubnell/Simon Kienzler punkten und Rottweil lag 1:2 zurück. Im folgenden Duell des vorderen Paarkreuzes konnten eben diese Beiden Rottweil mit 3:2 in Führung bringen. Erwähnenswert ist, dass Kienzler auf Grund der Coronavorgaben seit vergangenem Jahr nicht trainieren durfte und jetzt nach nur 3 Trainingseinheiten schon voll da war!

Im Aufeinandertreffen der mittleren Paarkreuze wendete Deilingen das Blatt zum eigenen 4:3; Jusup Tevs und Leo Dula zogen hier den Kürzeren. Das hintere Paarkreuz der Gastgeber schlug postwendend durch Robert Döttling und Neuzugang Karl Storz zurück und Rottweil lag wieder vorn.

Nun folgte die vielleicht spielentscheidende Phase, als wieder Schubnell und Kienzler, um jeden Punkt kämpfend, erfolgreich waren und Rottweil die 7:4-Führung bescherten. Deilingen ließ sich keinesfalls beirren und verkürzte auf 5:7. In einem hart und zäh umkämpften Spiel gegen Pfenning setzte sich Rottweils Youngster Dula zum 8:5 für Rottweil durch.

Wer hier gedacht hätte das wars, wurde eines Besseren belehrt: Der Tabellenführer schlug eiskalt durch 2 Fünfsatzsiege zurück und verkürzte auf 7:8, sodaß das Schlußdoppel Zünglein an der Waage spielen musste. Schubnell und Kienzler gingen wieder hoch konzentriert zur Sache und sicherten sich das Spiel mit 3:1.

Nach 3 1/4-stündiger Spielzeit durfte sich Rottweil über den unerwarteten Aufstieg in die A-Klasse freuen.

Damians nächster Streich – Als TTBW-Sieger zum Bundesfinale

Verbandsentscheid der Minimeisterschaften

Am vergangenen Wochenende trafen sich in Neckartenzlingen die besten Nachwuchstalente aus den 21 Bezirken des baden-württembergischen Tischtennisverbandes zum Vorentscheid der DTTB-Minimeisterschaften, um ihre Sieger für das große Bundesfinale Ende Mai in Saarbrücken zu ermitteln.

Nachdem der elfjährige Rottweiler Damian Fuchs bereits auf Bezirksebene vollends zu überzeugen wusste, gelang ihm dieses Kunststück gar erneut. Mit einer bärenstarken Tagesleistung dominierte er selbst in den K.o.-Spielen großteils seine Gegner. Insbesondere auch in engen Phasen behielt er die Nerven und stellte sein Spiel – da aktives Coaching bei den Minimeisterschaften ausdrücklich untersagt ist – eigenständig und gewinnbringend um. Auch die anderen Vertreter des Oberen Neckar verkauften sich mehr achtenswert und belegten nicht nur in ihren jeweiligen Gruppen, sondern auch in der Endabrechnung ebenfalls vordere Platzierungen.

Fuchs Vereinskamerad Magnus Lupfer landete nach konzentrierten Auftritten schlussendlich auf einem geteilten 5. Platz, ebenso wie ein sich stetig verbessernder Simon Haberer vom VfB Sigmarswangen. Bei den Mädchen reüssierte die junge Aldingerin Viktoria Lammert sogar noch einen Platz besser, knapp am Treppchen vorbei. Gegen die beiden Erstplatzierten verlor sie jeweils nur hauchdünn, sodass mit etwas mehr Spielglück und etwas weniger Nervosität sogar das Finale absolut im Rahmen des Möglichen gewesen wäre.
Als TTBW-Sieger geht es nun für den jungen Rottweiler Damian Fuchs vom 27. bis 29. Mai in der saarländischen Landeshauptstadt darum, sein Potential auch gegen die Sieger der anderen Bundesländer unter Beweis stellen zu dürfen.
Ohne eine coronabedingte Verschiebung der beiden letzten Jahre, wäre es in diesem sogar ein echtes Heimspiel geworden. Doch in Absprache mit dem DTTB ließ der TTC Rottweil Saarbrücken, wo das Bundesfinale ursprünglich bereits 2020 bzw. 2021 hätte ausgerichtet werden sollen, den Vortritt.